Playlist im Museum

Endlich wird Musik als Ausstellungsgegenstand gewürdigt, und nicht nur als auditiv-dekoratives Beiwerk. Wolfang Tillmans, dessen fotografisches Werk wir schon immer geliebt haben, hat seiner Leidenschaft für Musik, und zwar U-Musik!, nun auch offiziellen Raum in seinem Schaffen gegeben und im Münchner Lenbachhaus einen Sparringspartner gefunden. Eine sehr persönliche Playlist, deren Stücke die musikalische Avantgarde der vergangenen 35 Jahre exemplarisch repräsentieren, abgespielt in einem akustischen Umfeld, das die für uns Normalkonsumenten gewohnten Qualitätsansprüche für immer redundant macht. Tilmanns hat mit seinem Team die Akustik eines Mastering-Studios nachgebildet. Er kreidet nämlich unserer Kulturlandschaft zu Recht an, dass jeder, aber auch jeder denkbaren Variante von Kunst angemessen Raum und Präsenz gegeben wird, nur nicht der "demokratischsten" Form, der Popmusik, die zwar allgegenwärtig scheint, aber bislang an keinem Ort auf der Welt in der technisch machbaren optimalen Tonqualität widergegeben wird. Zur Ausstellungseröffnung kamen sie alle - so dass ein kontemplativer Genuss dieses Musikerlebnisses gestern nicht möglich war. Aber das "Studio" ist fortan während der Öffnungszeiten des Museums für jeden kostenfrei zugänglich. Also auf zu einem so noch nicht erlebten Musikgenuss. Im weiteren Verlauf der Ausstellung werden wir übrigens aufgefordert werden, unsere eigene Playlist in diesem auditiven Ausstellungsraum zu genießen. Überlegt euch schon einmal, welches eurer Lieblingsstücke unpeinlich genug ist, um es öffentlich darzubieten...

Die Schwalben fliegen wieder. Nach der erfolgreichen STROKEART ergänzt seit vergangenem Jahr eine weitere spannende Plattform das Münchner Kunstgeschehen. Ob endlich die Schwellenangst abgebaut wird?

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10.06.2016 14:09 Alter: 1 Jahr(e)

Mit der Playlist ins Museum

Wolfgang Tillmanns Lieblingsstücke endlich in akustisch perfekter Widergabequalität.


Das sollte Schule machen. Endlich wird Musik als Ausstellungsgegenstand gewürdigt, und nicht nur als auditiv-dekoratives Beiwerk. Wolfang Tillmans, dessen fotografisches Werk wir schon immer geliebt haben, hat seiner Leidenschaft für Musik, und zwar U-Musik!, nun auch offiziellen Raum in seinem Schaffen gegeben und im Münchner Lenbachhaus einen Sparringspartner gefunden. Eine sehr persönliche Playlist, deren Stücke die musikalische Avantgarde der vergangenen 35 Jahre exemplarisch repräsentieren, abgespielt in einem akustischen Umfeld, das die für uns Normalkonsumenten gewohnten Qualitätsansprüche für immer redundant macht. Tilmanns hat mit seinem Team die Akustik eines Mastering-Studios nachgebildet. Er kreidet nämlich unserer Kulturlandschaft zu Recht an, dass jeder, aber auch jeder denkbaren Variante von Kunst angemessen Raum und Präsenz gegeben wird, nur nicht der "demokratischsten" Form, der Popmusik, die zwar allgegenwärtig scheint, aber bislang an keinem Ort auf der Welt in der technisch machbaren optimalen Tonqualität widergegeben wird. Zur Ausstellungseröffnung kamen sie alle - so dass ein kontemplativer Genuss dieses Musikerlebnisses gestern nicht möglich war. Aber das "Studio" ist fortan während der Öffnungszeiten des Museums für jeden kostenfrei zugänglich. Also auf zu einem so noch nicht erlebten Musikgenuss. Im weiteren Verlauf der Ausstellung werden wir übrigens aufgefordert werden, unsere eigene Playlist in diesem auditiven Ausstellungsraum zu genießen. Überlegt euch schon einmal, welches eurer Lieblingsstücke unpeinlich genug ist, um es öffentlich darzubieten...